Voll cringe, wer das hier nicht liest

Zum Jugendwort des Jahres eine kleine Betrachtung aus der Benutzerecke 

Jetzt melde ich mich – als jüngste Person im Haus – hier mal zu Wort. Gerade wurde das Jugendwort des Jahres ausgerufen. In der Kreativbranche darf man das durchaus zur Kenntnis nehmen, finde ich. Oder zumindest beobachten, was mit der Sprache da draußen passiert. Schließlich ist es unser Anspruch, für jede Zielgruppe die richtige Ansprache zu finden.

Bild aus der Zeit, als es noch keine Jugendwörter gab: omg, ich fühl mich so cringe.

Was mich betrifft: Ich gehörte zwar nicht zur Jury, aber Jugendwörter prägen sehr wohl meinen privaten Wortschatz. Jetzt hat es „Cringe“ geschafft, das Jugendwort 2021 zu werden. Die Konkurrenz war stark: Gegen „sus“, „sheesh“ und „Mittwoch“ musste es sich behaupten. (Von den vier verwende ich drei – kannst ja mal raten, welche. ;P) 

Das erste Jugendwort war: Gammelfleischparty

Ich erinnere mich aber auch an eine Zeit, in der Wörter gewannen, die ich bei Bekanntgabe zum ersten Mal hörte. 2008 war ich 13 Jahre alt und das erste Jugendwort wurde „Gammelfleischparty“. Das sollte ein Synonym für Ü30-Partys sein. Hä, was? Von uns hat damals niemand seine*ihre Eltern als Gammelfleisch bezeichnet, und tut es auch heute nicht. Next! 

Im Jahr 2015 (na, wie alt war ich da?) hat „Smombie“ gewonnen. Ein Kofferbegriff aus Smartphone und Zombie, weil ja aLle iMmEr nUr aM sMaRtpHonE hÄngEn. Ok, Boomer. Ungelogen, niemand hat diese immer mal wieder nominierten Kofferwörter benutzt und tut es heute auch nicht. Hier ein vollkommen ernst recherchierter Fakt, der garantiert richtig ist /s: Die Ü40-Redaktion der BRAVO hat sich die Kofferwörter ausgedacht und fand sich dann superlustig. Nein, einfach nein. 

Endlich ein Wort für dieses Gefühl

Rant over. Ich möchte natürlich auch ein paar ehrenwerte Gewinner nennen: 2014 – „Läuft bei dir“: Wenn jemand Erfolg oder Glück hat, als Ausruf positiver Bestärkung, kann aber auch ironisch gemeint sein. Für diesen Gewinner läuft’s teilweise immer noch. Gehört zum Beispiel neulich in der Tagesschau: „Läuft bei dir, ARD.“ 

2017 – „I bims“: Bedeutet übersetzt „Ich bin‘s“ und kommt aus der Vong-Sprache. Damals war’s lustig, heute redet keine*r mehr so (hoffe ich). Nur manchmal melde ich mich noch mit „I bims!“, wenn ich nach Hause komme oder bei Freundinnen vor der Freisprechanlage stehe. 

Mein Favorit aller bisherigen Gewinner ist tatsächlich das diesjährige. „Cringe“ beschreibt ein Gefühl, das ich selbst nicht in Worte fassen könnte. Es ist eine Bezeichnung für etwas Peinliches, eine Situation oder Handlung einer Person, für die man sich fremdschämt. Dank „cringe“ kann ich dieses Gefühl mit einem einsilbigen Wort kommentieren und das ist einfach nice.

Läuft: Kommunikationsagentur mit guter Altersmischung

In der Agentur bin ich wahrscheinlich die Einzige, die die Jugendwörter tatsächlich benutzt. Alle anderen reden nur darüber, über die Gewinner und Nominierten. Das finde ich gut. In den angeregten Gesprächen kann ich dann mein (jugendliches) Expertinnen-Wissen teilen. Meistens ist ja eher so, dass ich hier von den Menschen, die älter sind als ich, lerne.

Genau das macht uns in der UVA so besonders. Wir haben alle unsere Bereiche, in denen wir umfangreiches Wissen besitzen. Wir achten auf eine ausgewogene Altersmischung und Vielfalt, damit daraus die besten Ideen entstehen. Wir lernen voneinander und inspirieren uns gegenseitig. Zur Sofortinspiration anbei ein paar meiner Lieblingswörter: Merkste selber, ne?, Boomer, Rant, tbh (to be honest), iykyk (if you know you know), King/Queen, triple air sign, clearly, obvious, fishy, weird, free Britney.

Neugierig, was unsere Jugendbrigade macht? Dann hier weiterlesen.

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