Murphys Law im Margarineeimer

Warum wir als Werbeagentur den Tag des Deutschen Butterbrotes zelebrieren

Der Tag des Butterbrotes am letzten Freitag im September würdigt das deutsche Kulturgut der Stulle, mit oder ohne Butter. Zwischen 70 und 80 Kilogramm Brot essen die Deutschen pro Kopf pro Jahr. Damit liegen sie weltweit im Mittelfeld: Im arabischen Raum ist es doppelt so viel, in Fernost sehr viel weniger.

Eine Scheibe frisches Brot mit Butter.
In der Stulle liegt die Kraft.

Weder für Brot noch für Butter gibt es nennenswerte Werbefilme. Das läuft von selbst, quasi wie geschnitten Brot. Bewerben muss man nur das Ersatzprodukt. Weshalb in den 70ern und 80ern jene Frau mit dem Wagenrad-großen Hut durchs Dorf radelte und den Margarineeimer direkt am Frühstückstisch hinterm Gartenzaun ablieferte, damit sich die dort im Warten vereinte, tumb-selig-lächelnde Mehrgenerationen-Familie endlich den streichzarten Industrie-Ersatz aufs Brötchen kratzen konnte. Das waren die fetten Margarinejahre.

Heute essen die Deutschen wieder mehr Butter. Ist ja auch was Schönes: Das Wort „Butter“, selbst wenn man sich selbige bisweilen verkneift, ist durchweg positiv konnotiert. Mit dem Spruch „Alles in Butter“ versprachen einst Gaststätten, dass hier keinesfalls billige Margarine in den Topf kam, und wer um „Butter bei die Fische“ bittet, will Fakten, so wie einst der Koch kurz vor dem Servieren den entscheidenden Klecks Butter auf den (Fisch)Teller gab.

Murphys Law und der Männerschnupfen

Das Wort „Butterbrot“ hat es als Lehnwort ins Russische geschafft, vielleicht weil es alles Gute auf so einfache Weise in sich trägt. Und dann wäre da noch das Hasenbrot, die vom Vater nicht aufgegessene Klappstulle, die nach Feierabend die Kinder bekamen. Unbedingt erwähnen müssen wir am Tag des Butterbrots Murphys Law: Wenn die Dinge schief gehen können, dann gehen sie auch schief, so wie das fallende Butterbrot angeblich immer auf der beschmierten Seite landet. Das ist bewiesenermaßen nicht so, es ist 50 / 50. Aber der Glaube an Murphys Law bestätigt die These, dass negative Dinge leichter in unser Bewusstsein dringen und dort länger bleiben als die positiven.

Und das funktioniert auch in der Werbung: Autopanne mit Regenguss, Dreck auf dem frisch gewischten Fußboden, Kalkflecken auf dem Weinglas für die Nachbarin, Männerschnupfen zur Unzeit, undichte Babywindel, der Kaffee ist alle, der Auflauf angebrannt und dann hat man auch noch Zahnstein. Da fühlen wir mit und entwickeln sofort die Erwartungshaltung, dass gleich die Rettung naht.

Ist gute Werbung nichts weiter als ein lecker Butterbrot?

Deshalb gibt es auch Yhprums Gesetz, buchstäblich und inhaltlich die Umkehrung von Murphys: „Alles, was funktionieren kann, wird auch funktionieren.“ Murphy und Yhprum, das ist wie Yin und Yang. Nach dem Schreckensszenario sind wir bereit, an alles zu glauben, an das neue Männerschnupfenwundermittel, an den Superspartarif und die extra Portion Milch. Ahhh! Her damit!

Gute Werbung ist oftmals wie ein frisches Butterbrot, da muss man reflexartig zugreifen. Falls Sie Vegetarier sind und passen müssen: Fühlen Sie sich wenigsten umarmt. Der Tag des Butterbrots ist 2021 auch der „Umarme-einen-Vegetarier-Tag“.

Mehr Butterbrot-Fakten finden Sie hier.

Lesen Sie hier, wie die UVA als Markenagentur arbeitet.

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