Aktionscode frau20

Zum Frauentag Unterwäsche und Schmuck – das geht uns langsam wirklich auf die Ketten

Da wir in Brandenburg am Frauentag arbeiten müssen (Berliner haben am 8.März frei), wollten wir den Tag ignorieren. Aber dann flatterte hier der Newsletter einer großen Kaufhauskette ins Postfach. „20 % auf Schmuck, Damenwäsche, Düfte & Duftsets. Heute feiern wir die Frauen – entdecken Sie glänzende Schmuckstücke, neue Duftlieblinge und vieles mehr!“

Bebildert mit flachbrüstigen BH- und Klunker-Trägerinnen, die gesenkten Kopfes beschämt in die Windmaschine blinzeln. Zu bestellen unter „Aktionscode frau20“. Das können wir als Werbeagentur mit 50 Prozent Frauenquote nicht unkommentiert lassen.

Sex sells, ein Kaufhaus macht zum 8. März Werbung mit Frauen in Unterwäsche. Der Frauentag war aber anders gedacht.

Was lief da schief?

Was lief da schief, war unser erster Impuls. Wo bleibt die Werbung für das, was zum Anlass des Tages passen könnte? Bequeme Schuhe, Noise-Cancelling Kopfhörer gegen Kindergeschrei und exakt 3,5 Abende in der Woche, an denen er die Küche macht.

Wünschenswert auch die Abschaffung der sogenannten Pink-Tax: Viele Frauen-Kosmetikprodukte sind nämlich deutlich teurer als das Äquivalent für den Mann und auch bei Dienstleistungen wie Friseur und Reinigung zahlen Frauen drauf.

Pfefferspray statt Pink Tax

Ebenfalls auf der Wunschliste unserer Mitarbeiterinnen: Pfefferspray im Doppelpack, Selbstverteidigungskurse im Angebot; dass wir am Dönerstand nicht mehr übersehen werden und dass Ministerinnen nicht mehr gefragt werden, wie sie Kinder und Beruf unter einen Hut bekommen.

Das Marketing besagter Kaufhauskette bleibt bisher trotz aller Genderdebatten und Kampagnen traditionell. Aber warum? Weil ein Mann die Newsletter-Redaktion leitet und das schon immer so war?

Oder weil diese oldschool-Strategie einfach noch immer wunderbar funktioniert? Zum Frauentag gibt es sexy Unterwäsche und Parfum (Sex) zum Muttertag Schokolade und Blumen (Mutti ist die Beste). Und wenns ganz schlimm kommt, schleppt man ihnen, als wären sie als Frau und Mutter besonders pflegebedürftig, das Frühstück ans unbequeme Bett.

Für alle, die auf das Pink Washing der Ursprungsidee des Frauentags verzichten wollen, kommen deshalb hier ein alternative Ideen unserer UVA-Agentur:

Was Frauen wirklich wollen

  • Substitution: Bewerben Sie Dinge, auf die Frauen wirklich abfahren würden (s.o.), und das nicht nur heute.
  • Umkehrmethode: Wenn Content Erotik, aber dann bitte erst recht für den Mann. Laut Statistik kaufen sich Männer viel seltener als Frauen was Neues für drunter, und tragen das, was da ist, oft bis zum Verschleiß. Nicht schön. Von einem neuen Kaufverhalten der Männer würden definitiv auch Frauen profitieren.
  • USP: Falls Sie ein Küchenstudio sind – Seien Sie das erste, das automatisch die Höhe der Arbeitsplatten und Kochfelder an die Körpergröße der Frau anpasst. Die meisten sind viel zu hoch, das geht auf die Schulter.

Und Ihre Idee? Wir helfen Ihnen gerne, diese umsetzen. Und das nicht nur zum Frauentag.

Was Sie in jedem Fall tun können: Spenden Sie aktuell für die Menschen in der Ukraine. Es sind die Frauen, die hier gerade die größte Last tragen.

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